Das Projekt SPRINT II unterstützte – ausgehend von Ergebnissen empirischer Befunde zum Lernen von Volksschulkindern in den Naturwissenschaften – in Kooperationen von Schulen und NÖ Wirtschaft die Entwicklung eines naturwissenschaftlichen und technischen Verständnisses und zielte darauf ab, schon Schülerinnen und Schüler der Volksschule verstärkt für Naturwissenschaften und technische Berufe und allenfalls sogar für einschlägige Studien zu interessieren. An 12 Volksschulstandorten arbeiteten 29 Lehrkräfte und 27 Studierende der PH NÖ über einen Zeitraum von zwei Schuljahren mit 568 Kindern und 18 Wirtschaftspartnern im Sachunterricht an physik-, chemie- und technikbezogenen Themen.

Im Mittelpunkt standen das forschende Lernen der Schülerinnen und Schüler und das Wecken von Interesse für naturwissenschaftliche Phänomene und Zusammenhänge. Finanziell wurde das Projekt von der Abteilung Wissenschaft und Forschung des Landes NÖ und von der chemischen Industrie unterstützt. So erhielt jede teilnehmende Schule eine technische Ausstattung zur Gestaltung einer schuleigenen „Forscherecke“ mit USB-Mikroskop. Der Wissensaustausch unter den Schulen und die damit verbundene Weiterentwicklung aller Beteiligten wurden durch Teilnahme an Veranstaltungen der PH gefördert.

Die Projektergebnisse wurden im Rahmen von zwei Großveranstaltungen mit allen beteiligten Schulen und Partnern zum Ende des jeweiligen Schuljahres gezeigt.

Bei den Fragestellungen zur Begleitforschung der PH NÖ lag der Fokus vor allem auf dem Lernen der Kinder und der Weiterentwicklung des physik-, chemie- und technikbezogenen Sachunterrichts. Auf Basis fachdidaktischer Befunde zum Einsatz des Experiments im Unterricht wurden zu den von den Lehrkräften ausgewählten Themen kognitiv aktivierende Lernszenarien entwickelt und im Unterrichtseinsatz von Studierenden der PH NÖ erprobt.

Dabei wurde auf der Ebene der Kinder und des Unterrichts der Frage nachgegangen, welche Bedingungsfaktoren sowohl die Lernmotivation als auch das kognitive Engagement der Lernenden fördern. Die Ergebnisse von 25 Bachelorarbeiten, die in diesem Kontext durchgeführt wurden, werden spätestens Anfang März 2014 vorliegen und dann gesammelt als Publikation der PH NÖ veröffentlicht und bei Konferenzen präsentiert.

Auf der Ebene der Lehrpersonen und der Studierenden wurde untersucht, welche Wirkung das Projekt auf die Einstellungen und Beliefs der Beteiligten hat. Ein weiteres Ziel lag darin, empirisch erprobte Unterrichts- und Lernmaterialien für die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler mit großer Lernfreude an den Aufgaben im Projekt arbeitete, stolz auf den eigenen Lernerfolg ist und den eigenen Lernzuwachs als sehr hoch einschätzt. Auch die meisten Lehrkräfte schätzen die Lernerfahrungen, die die Kinder machen konnten, als hoch und bedeutend ein räumen ein, dass sie manches den Kindern nicht zugetraut hätten. Ebenso wurden die Einbindung der Studierenden und die Offenheit des Projekts von einer Mehrzahl der Lehrkräfte sehr positiv hervorgehoben. Die Studierenden begrüßten vor allem die Möglichkeit an einem großen Forschungsprojekt der PH NÖ mitarbeiten zu können, bisher eher als subjektiv schwierig empfundene Themenbereiche besser durchdringen zu können, einen noch besseren Einblick in die Schulpraxis zu bekommen, zu sehen, was junge Kinder schon verstehen können, zu erleben, wie Lernfreude bei Kindern geweckt werden kann und darüber hinaus auch noch gut bei ihren Qualifikationsarbeiten betreut zu werden.

Für die weitere Forschung ergeben sich aus den bisher vorliegenden Ergebnissen folgende Desiderata: Erstens, wie lässt sich die vielfach geschätzte sehr große Offenheit bei der Auswahl der Themen mit einer von den Lehrkräften gewünschten Übernahme von Organisationsaufgaben, wie die inhaltliche Einbindung von Wirtschaftspartnern und der Austausch von Unterrichtsmaterialien sowie einer auf den jeweiligen Standort und das jeweilige Thema zugeschnittenen individuellen Beratung und Betreuung vereinbaren. Zweitens, wie können von Seiten der PH NÖ – aufbauend auf den im Projekt gemachten Erfahrungen und erworbenen Erkenntnisse der Lehrkräfte – weitere Maßnahmen einerseits zur nachhaltigen Weiterentwicklung der betroffenen Lehrpersonen und andererseits im Sinne einer Breitenwirkung implementiert werden. Und drittens, wie können Studierende noch stärker in Forschungsprogramme der PH NÖ, vielleicht auch in der Fort- und Weiterbildung eingebunden werden, um ihnen einerseits schon während der Ausbildung das Forschen mit Kindern zu ermöglichen und andererseits das gegenseitige Lernen von Studierenden in der Ausbildung und schon im Dienst stehenden Lehrkräften in der Fort- und Weiterbildung zu fördern.

Danksagungen

Die PH NÖ dankt den Lehrkräften der 12 Projektschulen für die aktive Teilnahme am Projekt und den Begleitveranstaltungen, die Übernahme organisatorischer Arbeit, die hervorragende Kooperation mit den im Projekt beteiligten Studierenden der PH NÖ, die tatkräftige Unterstützung und Beratung der Studierenden vor Ort und die Unterstützung bei der Erhebung der Daten für die Evaluation.

Besonderer Dank gilt den Kindern, die mit großem Engagement als kleine Nachwuchsforscherinnen und -forscher innerhalb der verschiedenen Lernszenarien an ausgewählten Aufgaben arbeiteten, viele Vermutungen und Erklärungen zu Papier brachten, Prä-, Post- und Follow-up Tests ausfüllten und sich für Interviews zur Verfügung stellten.

Ohne die sehr engagierte Mithilfe der Studierenden hätte das Projekt nicht in dieser Weise durchgeführt werden können. Daher geht der Dank auch an die im Projekt beteiligten Studierenden, die weit über die vorgesehene Zeit hinaus, sehr maßgebend mit ihrer Kreativität  und ihrem hohen Engagement zum Gelingen des Projekts beitrugen.

Entscheidend für die Durchführung des Projekts waren die Geldmittel, die von der Abteilung Wissenschaft und Forschung des Landes NÖ sowie von der chemischen Industrie zur Verfügung gestellt wurden.  Auch dafür möchte die PH NÖ herzlich danken.